Post by (schmuck online shop) Jan 2012
Als Weingläser durch die Kajüte fliegen, weiß Joachim Mayr, dass es mit der "Costa Concordia" zu Ende geht. Er rennt mit seiner Frau zu den Rettungsbooten, von der Besatzung keine Spur. Den Mayrs kommen die unsichtbaren Hände zu Hilfe: die Schiffskellner, Decksjungen, Putzfrauen.paarschmuck
Als der Koloss schon Schlagseite hat, ruft Joachim Mayr seine Mutter an. "Unser Schiff geht unter", sagt er, "mach dir keine Sorgen." Dann verstaut er Pass, Schmuck, Handy und Autoschlüssel in seinen Taschen, stellt die Koffer in eine Ecke der Kajüte, hakt seine Frau unter und macht sich auf, die "Costa Concordia" zu verlassen. Auf welchem Weg, weiß er noch nicht. "Bleiben konnten wir nicht, das ahnte ich", sagt Mayr.
Joachim Mayr ist Fußball-Fan, 39 Jahre alt, beim Halt in Barcelona kauft er Trikots für seine beiden Söhne, Schals, Wimpel. Die Sachen liegen jetzt gut verstaut in einem Koffer, der in einer Kajüte auf Deck sechs steht. "Die sehen wir nie wieder", sagt Mayr.
Er ist jetzt wieder zu Hause in Goldwörth bei Linz. Die Schwiegereltern sind gerade zu Besuch, immer wieder mal liegen sich Mütter, Väter und Kinder in den Armen. Sie weinen ein bisschen und lachen sich dann dafür aus, sie leben doch. "Man kann das schwer beschreiben", sagt Mayr, "es ist alles so unwirklich."
"Ich hab das Schlimmste befürchtet"
In Schwimmwesten gezwängt macht er sich in der Unglücksnacht mit seiner Frau auf den Weg nach draußen. "Es war ein völliges Chaos", sagt er. Die italienischen Durchsagen versteht er nicht, die deutschen kommen nur sehr selten. Dann spricht die Stimme aus dem Lautsprecher von einem "technischen Problem". Selbst Mayr, ein Mann der Berge, weiß in dem Moment, dass die "Costa Concordia" die Schieflage nicht einfach so überstehen wird. "Ich hab das Schlimmste befürchtet."

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