Post by (schmuck online shop) Feb 2012
VON BÄRBEL SCHMUCK, 31.01.12, 20:41h, aktualisiert 31.01.12, 22:15h

Anneliese Ulrich fertigt Figuren aus Ton - als Spardosen mit, aber auch welche ohne Schlitz. (FOTO: PETER LISKER)
LEISSLING/MZ. Zwischen Anneliese Ulrichs Aquarellen und Keramikarbeiten aus eigener Werkstatt in Leißling dominieren zurzeit Nonnen. Sie modelliert die Figuren aus Ton nach historischen Vorlagen. 30 Stück - einfache und Exemplare mit zwei Gesichtern - will die Rentnerin fertigen und diese als Sparbüchsen ihrem Verein zur Verfügung stellen. Damit der Bürgerverein Kloster St. Claren die tönernen Figuren in Absprache mit Handel- und Gewerbetreibenden in Geschäften und Apotheken aufstellen kann, um weiteres Geld zur Sanierung des ältesten Denkmals in der Saalestadt zu sammeln.
Die allererste Nonne, eine große Figur aus Keramik, hat die Weißenfelserin während der Festveranstaltung am 2. Juli vergangenen Jahres in der gut besuchten Aula des Goethegymnasiums an den Vereinsvorstand übergeben. "Als Auftakt anlässlich des 710-jährigen Bestehens des Klosters und zur Gründung unseres Vereins", begründet Anne Ulrich ihr Engagement. Sie und ihr Mann Jürgen gehörten zu den ersten, die dem noch jungen Verein kurz nach seiner Gründung im vergangenen Sommer beigetreten sind. Inzwischen haben Ulrichs Freunde und Bekannte für eine Mitgliedschaft geworben und bei vielen Menschen Gehör gefunden. Sie war zusammen mit Johanna Scheibert und Elke Blume an einem Verkaufsstand mit Kräppelchen und Fettschnitten dabei, als der Verein sich zum ersten Mal an der Höfischen Weihnacht am ersten Advent 2011 beteiligte. "So viele Menschen habe ich selten auf einem Fleck gesehen", erinnert sich die 72-jährige ehemalige Lehrerin. Die ersten Nonnen aus Keramik hatte Anne Ulrich ebenfalls zugunsten des Vereins verkauft. "Der Vorstand hat mich gefragt, ob ich weitere Figuren schaffen würde und ich habe zugestimmt", erklärt die Frau.paarschmuck
Jede Kreation ist ein Unikat. Keine Nonne gleicht der anderen. "Es ist alles in Handarbeit entstanden, die pro Stück bis zu acht Stunden dauert", sagt die Hobby-Keramikerin. Knapp die Hälfte ihres Ziels hat sie geschafft und schaut auf ihre Nonnen-Parade, die in ihrer heimischen Werkstatt in Leißling wächst. Ihre Fingerfertigkeit, die sie besonders beim Formen der Hände und Gesichter unter Beweis stellen muss, hat sie sich in Kursen an der Volkshochschule angeeignet. Zuerst bei Keramikerin Astrid Lucke, später, nachdem die Künstlerin an die Ostsee gezogen war, bei Winfried Jaeger aus Lobitzsch, dem sie in einem seiner Kurse weiterhin die Treue hält. Ihre Stunden im Kurs seien jeden Donnerstag ein Muss für Anneliese Ulrich.
Sie wünscht sich, dass möglichst viele Bürger den momentan über 50 Mitglieder zählenden Verein unterstützen mögen. "Dass jemand wie Hans-Günter Beese, Eberhard Scheuer und André von Grzymala den Mut hat, Menschen zusammenzuführen, um ein leer stehendes Denkmal wie unser Kloster zu retten - das hat uns begeistert", erklärt Anne Ulrich. Aus diesem Grund sei das Paar Mitglied geworden. "Skepsis und Meckerei bringen nichts. Wir wissen selbst, dass es ein weiter Weg ist, das Kloster zu sanieren und mit neuem Leben zu erfüllen", sagt die Lehrerin im Ruhestand.
Da sei die Familie dabei. Der älteste Sohn Kai Ulrich, der in San Francisco tätig ist, verfolgt die Vereinsarbeit im Internet. Mit der Botschaft "Ich bin jetzt auch Mitglied" hat der 49-Jährige die Eltern kürzlich überrascht.
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