Post by (schmuck) Apr 2012
Untermünkheim. Die Weinbrennerhalle in Untermünkheim war am Sonntag das Zentrum für viele kunstinteressierte Menschen. Sie kamen auch aus dem weiterem Umkreis, wie sich an den Autokennzeichen ablesen ließ.
Die Kunsthandwerker hatten ihre Stände in der großen und renovierten Weinbrennerhalle aufgebaut, trotzdem herrschte wegen der Besuchermassen drangvolle Enge.
53 Standbetreiber hat Ruth Lauterbach, die Organisatorin vom veranstaltenden Kultur- und Förderverein Rößler-Museum, verpflichtet. Sie selbst sagt, dass man sich damit dem Ende der Fahnenstange nähere, weil die räumlichen Kapazitäten begrenzt sind.
Wie Ruth Lauterbach erzählt, ist sie selbst kunsthandwerklich tätig. "Ich mache Teddybären", sagt sie. Außerdem besucht sie leidenschaftlich gerne kunsthandwerkliche Märkte und dabei kam ihr vor acht Jahren die Idee, dass der Rößlerverein auch mal einen Markt veranstalten sollte. Durch ihre Kontakte wurden die ersten Beschicker gefunden. Auch durch Mund-zu-Mund-Propaganda war der Markt schnell ein Selbstläufer und ist seither ein Erfolgsmodell. Die Besucher können nicht nur gut speisen oder Kaffee trinken - der Verein steht für eine kulinarische Rundumversorgung seiner Gäste. Zum Wohlfühlambiente tragen liebevoll geschmückte und ansprechend gestaltet Stände bei.
Ein Auswahlkriterium der Veranstalter ist, dass die angebotenen Waren selbstgemacht sind. Ruth Lauterbachs Anliegen ist es, dass man mit dem Markt den Menschen einen Hinweis auf Kreativität und Alternativen zum üblichen Konsumverhalten aufzeigen kann.
Claudia Karnjat aus Sulzbach/Murr verwandelt kleine Mädchen mit ihrem künstlerischen Elfenschminken in Feen. Gleich daneben kann man einer Handweberin zusehen. Inge Hille hat einen Stand mit Masken und Utensilien für Hallia Venezia. Bettina Esser ist mit ihren handgefertigten naturreinen Seifen Fleur de Sel vertreten, die ohne Chemie nur mit pflanzlichen Rohstoffen hergestellt werden.
Mehrere Stände bieten Filzerei an, als Schuhe, als Schmuck , als Blumen, als Filzkinder. Eine originelle Ausnahme ist Ingrid Bauer aus Königsbronn: Sie fertigt Filzkonfekt. Sie ist zum ersten Mal in Untermünkheim und fühlt sich sehr wohl. Die Idee für ihre Kunstprodukte kam ihr beim Pralinenessen. Sie dachte sich, dass sie das Konfekt anstatt aus Schokolade auch nadelgefilzt und damit ohne Kalorien herstellen könnte. Nun verkauft sie Pralinen, Muffins, Kuchen und ganze Torten, die total echt aussehen, jedoch aus Wolle bestehen.
Es gibt auch ganz feines, selbstgefertigtes Porzellan, natürlich auch die klassische Gebrauchstöpferware, Stände mit Holzprodukten und Emailleschmuck. Heike Klau hat bunte Schachteln angefertigt. Marion Gutöhrlein, eine der Künstlerinnen aus Untermünkheim, hat einen ansprechenden Stand mit Blumenkindern für die Jahreszeiten.
Seit dem ersten Kunsthandwerkermarkt in Untermünkheim ist Christl Brenner-Wöllner aus Fichtenberg dabei. Ihr Stand ist liebevoll und wunderschön dekoriert. Sie fertigt Patchwork-Arbeiten und gestaltet Puppen, deren Gesichter teilweise eine verblüffende Ähnlichkeit mit ihrer Schöpferin aufweisen. Da sitzt neben einer Oma mit dem Teppichklopfer eine lebensechte Pippi Langstrumpf und darunter ein kunstvolles Schild mit dem Zitat von Astrid Lindgren: "Und dann muss man ja auch noch Zeit haben, einfach dazusitzen und sich das alles anzuschauen!" Damit ist klar ausgedrückt, was sich viele Besucher dieser herausragenden Veranstaltung gewünscht haben.
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